Montag, 15. März 2004, Suezkanal, heiter bis wolkig, 17°, kühler Wind aus Nord 4-5
Klarer Sonnenaufgang um 06:00, Anker auf
06:40, an 3. Stelle in einem Konvoi von 27
Schiffen nordwärts. Am großen Bittersee
wartet der erste Konvoi des heutigen Tages,
der nach Süden geht. Ein 2. Konvoi nach
Süden wartet, in der Ausweichstelle bei km 56.
Unser Konvoi läuft durch, deshalb erreichen
wir Port Said gegen 17:00 und es ist noch hell,
bei der Hinfahrt haben wir diesen
Streckenabschnitt bei Nacht erlebt. Das Wetter
ist im Gegensatz zur Hinfahrt sehr klar mit
guter Fernsicht. Sehr viele
Hochspannungsleitungen, vom Lotsen erfahre
ich, Jordanien importiert den Strom aus Ägypten. Während der 2. Durchfahrt fällt wieder die
hohe Anzahl von Militär auf. Der Lotse erklärt dazu, Israel, immer noch der größte Feind
Ägyptens, hat den Traum, das fruchtbare
Tiefland zwischen dem Suez und dem Nil zu
besitzen. Aber was machen die Hansel mit
Gewehren und uralten Panzern gegen die
cleveren Israelis. Eine moderne Brücke
überquert den Kanal aber kaum Verkehr. Die
Fähre 2km weiter ist total überlastet, Grund:
die Brückenmaut ist teuer, die Fähre gratis.
Die vielen LKW’s stehen bestimmt mehrere
Sunden. Ab km 19 fahren wir die Route über
den Bypass östlich, Port Said nur von Weitem
zu sehen. Sinai im Süden des Kanals Wüste, im
Norden Tiefebene, sieht aus wie Schlick,
teilweise Wasserflächen, in der ferne ein Ölkraftwerk. Es wird aufgespült und Industrie
angesiedelt, aber sehr verhalten, halb fertig und verlassen. Aber weiter zur Küste entsteht ein
riesiger neuer Hafen, einschließlich Container Port, aber weit ab von der Stadt. Um 17:00
verlassen wir den Kanal und fahren in die Nacht hinaus Richtung Kreta, bis Taranto sind es
950sm.